Eine Studie der OECD mit 3.200 KMU-Inhabern zeigt eine Diskrepanz: 72% schätzen ihre Risikobereitschaft als "hoch" ein. Ihre tatsächlichen Investitionsentscheidungen widersprechen dem.
Die Forscher verglichen Selbsteinschätzung mit konkreten Zahlen: Anteil des Gewinns, der reinvestiert wird, Frequenz von Produktinnovationen, Expansion in neue Märkte.
Erkenntnisse aus den Daten
Nur 23% der selbst ernannten "Risikobereiten" investierten tatsächlich über 15% des Gewinns in neue Bereiche. Bei jenen, die sich als "vorsichtig" bezeichneten, waren es 18% – kaum Unterschied.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung fand ähnliches: Die Selbstwahrnehmung korreliert schwach (0,31) mit tatsächlichem Verhalten. Externe Beobachter schätzten die Risikobereitschaft präziser ein als die Inhaber selbst.
Studien: OECD Entrepreneurship Outlook 2023, DIW Wochenbericht 14/2022, Academy of Management Journal Metaanalyse